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Isocult

„Xs / As“ dient nicht als Wegweiser in die dunkle Nacht, sondern als flehender Aufruf inmitten einer Betäubung. „Take me to the far side / Take me to indifference“, wird mit hallender Stimme in das Lied hineingerufen, darüber die Synthesizer und Gitarren. Ja, die Welt von Isocult aus Dortmund ist eine trostlose, das mag man als Liebhaber von New Wace und Post-Punk schliesslich. Die Ruinen werden als Schauplatz genutzt, die Depressionsschübe als Zeitmesser. Mit der EP „Soma“ stürzt aber nicht alles in den Abgrund, einzelne Lichter leuchten am Ende noch.

So finden die Einzelteile und Scherben bei „Porzellan“ einen nahtlosen Übergang zu den flirrenden Gitarrenakkorden von „Plastik“, der deutsche Gesang hat die englische Unheilverkündung abgelöst. Die träumerischen Takte beim instrumentalen „Gezeit“ laden sogar zu einer Seelenwanderung auf dem zugefrorenen See ein. Zu zweit arbeiten Isocult und zeigen mit ihrer Debüt-EP viel Willen und noch mehr Stilsicherheit.

„Soma“ ist als durchgängiges Hörerlebnis gestaltet, mit Stimmungswechsel und fliessenden Veränderungen zwischen einzelnen Songs. Elektronisch ergänzt, bieten die analogen Instrumente den Boden, auf welchem sich die Kälte immer weiter ausbreitet. Um nicht festzufrieren, bieten Isocult tanzbare Rhythmen in diesem Gebiet des Cold Waves und ein treibendes Electrodrum, inmitten von Nebelschwaden und kristallinen Formen. Und wenn man sich dann doch im unendlichen Tief verliert, so begleiten einem immerhin diese acht Songs in die Ewigkeit.

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